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Background: |
Die Republik Jakutien (Sacha)
Geografie Jakutiens
Klima der Republik Jakutien: Weltrekord
| In Jakutien liegt der
Kälte-Nordpol der nördlichen Erdhalbkugel. Er liegt im Dreieck, die
die Orte Jakutsk, Oimjakon und Werchojansk bilden. -72° C wurden in Oimjakon, einem Ort
zwischen Jakutsk und Semtschan, gemessen. Oimjakon wird im Guinnes Buch der Rekorde als
kältestes Dorf der Welt bezeichnet.
Sibiriak wird im nächsten Winter unterwegs sein durch den Kältenordpol. Das Projekt heisst - angelehnt an den Kälterekord - MINUS 72 |
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Als Kältepol der Nordhalbkugel gilt das Gebiet im Dreieck Jakutsk, Werchojansk und Oimjakon. |
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Jahresverlauf der Monatsdurchschnittstemperaturen in der Stadt Jakutsk. |
Permafrost in Jakutien
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Mammuts bleiben über Jahrtausende erhalten
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Wirtschaft der Republik Jakutien
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Einige Zahlen zur Produktivität:
Getreide: |
Flächen und Erträge
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Kartoffeln: |
Flächen und Erträge
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Politik
Die asiatischen Völker Jakutiens
Die Jukagiren sind das älteste und zugleich kleinste Volk Jakutiens. Sie haben sich bereits in der Jungsteinzeit im Nordosten Jakutiens angesiedelt. Später, in der Eisenzeit, migrierten die Ewenen, gefolgt von den Ewenken (beides Tungus-Völker) in den Raum der Jukagiren vor. Die Jakuten wanderten im 14.Jahrhundert aus der südlichen Region des Baikalsees gegen Norden und stellen heute den Hauptanteil der Bevölkerung Jakutiens neben Russen und Ukrainer.
Die Jukagiren
- Paläoasiatischer Volksstamm Nordostsibiriens
- Rentierzüchter und Pelztierjäger
- Eine der kleinsten Minderheiten Russlands
- Zwei Untergruppen: Taiga-Jukagiren; am Oberlauf der Kolyma
Tundra-Jukagiren, nördlich des PolarkreisesDie Jukagiren sind heute praktisch ausgestorben. Es existiert noch eine Siedlung (Nelemnoje)
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Demografie
Während dem 19. Jh. drastischer Rückgang der Bevölkerung (1859: 2350; 1897: 1500) heute gibt es weniger als 500 Jukagiren. Die sowjetische Statistik gibt mehr an als effektiv existieren, da die Zugehörigkeit zu einem kleinen Volk mit Privilegien verbunden ist (z.B. einfacherer Universitätszugang, keine Jagdlizenzen notwendig, automatische Waffen möglich) und sich deshalb viele Mischlinge als Jukagiren deklarieren (erstaunlicherweise konnten sich sogar Personen registrieren, die ethnisch nicht mit Jukagiren verbunden waren).
Sprache
Jukagirisch hat eine spezielle, isolierte Stellung unter den nordostasiatischen Sprachen. Die Sprache ist als Paleoasiatisch klassiert. Es gibt Gemeinsamkeiten mit Sprachen im Ural, ein Genetischer Zusammenhang ist jedoch nicht erwiesen. Es existieren zwei Dialekte: Taigajukagir, Tundrajugagir.
Entsprechend den sie umgebenden Sprachen waren die Jukagiren vielsprachig: die meisten Jukagiren sprachen Ewenisch, Tschukotisch, Russisch, Jakutisch. Heute sprechen die meisten Jukagiren Jakutisch und/oder Russisch.
Schrift
Früher Pictogramme auf Birkenrinde. In sozialistischer Zeit wurde ein Alphabet erarbeitet.
Herkunft/Geschichte
Die Jukagiren entwickelten sich (kulturell) aus einer Variante der ostsibirischen Neusteinzeitjäger und Fischer, die Kanus und Keramikwerkzeuge benutzten.
Bis die Russen kamen, waren sie zwischen dem Oberlauf der Lena und des Anadyr verteilt. Damals gab es in dieser Region nur Jukagiren.
Erster Kontakt mit Russen: 1633 Jakut-Kosak Iwan Rebroff. Im 18. 19. Jh. arbeiteten die Jukagiren für die Russen als Führer und Helfer. Tauschhandel mit Fellen gegen Munition und Pferdehaar (für Fischnetze).
Repressionen durch Ewenen und Tschukoten und Epidemien sowie Migrationsfluktuationen der Rentiere dezimierten die Jukagirische Bevölkerung.
Jagd- und Fischfangtechnik
Die ursprünglichen Jagd- und Fischfangtechniken stammen aus der Jungsteinzeit.
Charakteristik: anschleichen an Herden mit Rentierattrappen
Im Winter haben Jukagiren die Tiere in tiefen Harsch-Schnee bis zur Erschöpfung getrieben und anschliessend erlegt. Im Sommer wurde das Wild durch Korridore aus Pflanzengeflecht in Seen getrieben, wo sie Jäger auf Kajaks erlegen.
Jahreszyklus der Nomaden:
Winterlager in der Nähe von fischreichen Seen in Tipis mit 4 6 Rentierfellschichten. Ernährung im Winter von den Vorräten.
Ab Ende Februar brachen die Sippen zur Nomadensaison auf. Die Saison dauerte bis Juli. Während den Migration der Rentiere waren die einzelnen Sippen auf sich gestellt. Man verwendete auch Schlittenhunde. Während der Migration folgten die Jukagiren den Rentieren und Elchen entlang der Rassocha, Jassatschnaja, Korkolon und Schamanicha. Diese Migrationszeit war die heikelste Phase im Jahresablauf.
Die Hauptjagdsaison war im August bis September.
Sitten/Bräuche
Die Schamanen wurden nach ihrem Tod weiter verehrt; ihre Leichen wurden getrocknet, zerteilt und von der Verwandtschaft als Amulette getragen.
Erlegte Tiere wurden als Gäste betrachtet: "wenn man geschossene Tiere verehrt, kommen sie eines Tages als Gäste zurück".
Fisch wurde leicht verwest gegessen.
Im 18. Jh. Wurden die Jukagiren christianisiert. Sagen und Legenden wurden aber zum Teil beibehalten.
Kunst
Talentierte Schriftsteller wie Tekki Odulok bewirkten Beachtung für das Jukagirenvolk durch die Öffentlichkeit
Sowjetzeit
1929 wurden die nomadierenden Sippen sesshaft gemacht und das Schulwesen eingeführt. Bis zum 2. Weltkrieg waren alle Jukagiren alphabetisiert.
Die Rentierzucht (Anstelle nomadisierender Jagd) wurde eingeführt und kollektiviert nach sozialistischem Prinzip.
Unter dem Kommunismus profitierten die kleinen Völker Nordostsibiriens insgesamt von zahlreichen Fortschritten und Privilegien. Die Abhängigkeit von der Administration wurde dadurch jedoch gross.
--> Wandel vom Jäger- und Fischervolk zu "industriellen" Pelztierjäger
Die Ewenen(vgl auch Ewenken)
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- Leben seit der Eisenzeit in Nordostsibirien
- Rentierzüchter und Pelztierjäger, ursprünglich Nomaden
- Gehören mit den Ewenken zur Gruppe der Tungus
- Eine der kleinsten Minderheiten Russlands mit sehr grossem Verbreitungsgebiet
- Die Ewenenbevölkerung nimmt zu, ist aber klein
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Verbreitung/Population
- Ehemals lebten die Ewenen in den Gebieten der bewaldeten und unbewaldeten Tundra und in der gebirgigen Taiga. Heute leben sie im Norden Jakutiens im Lenabassin, an der Jana, Indigirka und Kolyma, zusammen mit Jakuten und Jukagiren.
- Ewenen (wie Ewenken) sind über ein sehr grosses Gebiet verteilt.
- 1989 lebten 17200 Personen auf einem Gebiet von 3 mio qkm (entspricht Westeuropa).
- Die Anzahl Ewenen ist stetig im Zunehmen begriffen (evtl. auch Kleinvölkereffekt, siehe Jukagiren!)
1970: 11 800; 1979: 12 400; 1989: 17 200
Ethnologie
- Vor der Revolution gab es keine Unterscheidung zwischen Ewenen und Ewenken, beide wurden als "Tungus" bezeichnet. Tungus bedeutet: "die zwei gleichen Völker". Die Dialekte haben eine gemeinsame Basis. Ähnliche materielle und spirituelle Kultur und soziale Organisation, gleiche physikalische Anthropologie.
- An der Ochotischen Küste nannte man die Ewenen früher Lamuten. Diese Ewenen lebten sesshaft an der Küste der Ochotischen See, sie fischten und jagten Meeressäuger wie Robben und tauschten diese Beute gegen Fleisch von nomadischen Jägern.
Sprache
- Die ewenische Sprache gehört der Tungu-mantschu Gruppe an. Sie ist weit verbreitet und hat ca. 20 Dialekte.
Geschichte
Die ethnische Bildung ist ziemlich jung aber komplex. Man unterscheidet drei ethnogenetische Etappen:Erste Etappe: Tungusgemeinschaft
- Archäologische Funde aus der Zeit kurz vor dem 11. Jh. vor Chr. zeigen, dass Tungus und Jukagiren in Jakutien im frühen Eisenzeitalter ähnlich gelebt haben.
Zweite Etappe: Verdrängung durch die Jakuten
- Turksprachige Jakuten drangen nach dem 5. Jh. ins Lenabassin ein, als in Zentralasien grosse demographische Prozesse stattfanden, wie zum Beispiel die Ausdehnung der Mongolischen Völker. Unter dem Druck der Jakuten wurden die Tungus verdrängt.
- Im 15. und 16. Jh. wurden sie an die Küste von Ochotsk abgedrängt, wo sie ihrerseits die Jukagiren weiter drängten. An der Ochotischen Küste entstanden bewaffnete Konflikte mit Koriaken. Gegenseitige Bekämpfung mit Pfeil und Bogen und Speeren.
Dritte Etappe: weiteres Vorrücken mit den Russen
- Mit dem Einzug der Russen in der ersten Hälfte des 17. Jh. wurde das Vorrücken der Ewenen in Tschukoten- und Koriakenterritorium vereinfacht. Im Vergleich zur zweiten Phase geschah dies jedoch friedlich. In der ersten Hälfte des 19. Jh. waren die Ewenen bis Kamtschatka verbreitet.
- Die Russen unter dem Zar verlangten von den Ewenen Tribute und Steuern in Form von Fellen.
Zeit der Sowjetunion
- Mit dem Einzug der Sowjets in den 20-er Jahren wurden Projekte eingeführt, die eine kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung bewirken sollten. Die Tribute wurden abgeschafft, verschiedene Privilegien definiert und ein langfristiges Programm zur Umbildung von migrierender zu sesshafter Rentierzucht lanciert. Hauptsächlich geschah dies durch schwächen der nativen Ideen über die Wichtigkeit der traditionellen Rentierzucht, Jagd und Fischfangformen, die jedoch besser an die nördlichen Gegebenheiten angepasst waren.
Heute
- Heute halten 4 bis 5 Männer mit ihren Frauen 1500 bis 2000 Rentiere in einer Herde und ziehen mit diesen herum. Im Sommer hat es mehr Leute bei den Herden, weil Studenten während des Semesterurlaubes zu ihren Familien kommen. Trotz zahlreichen sowjetischen Innovationen (Technik, Veterinär, Infrastruktur etc.) werden zahlreiche traditionelle Praktiken beibehalten. Die Wanderung der Rentierherden sind wie früher zyklisch und die Routen führen meistens durch die traditionellen Gebiete der lokalen ethnischen Gruppen.
- Jagen und Fischen gehört auch heute trotz Rentierzucht immer noch zum Alltag der Ewenen.
Lebensformen der Ewenen einst und heute
- Behausungen
Der Tschum war die Behausung der nomadisierenden Ewenen. Er ist zylindrisch bis konisch, breit, im Rahmenbau konstruiert und gedeckt mit Rentierfellen. In 10 bis 15 Minuten war der Tschum aufgestellt. Heute leben die nomadisierenden Ewenen in der sesshaften Phase in "normalen" Häusern und während der Wanderung in Stoffzelten. Sesshafte Ewenen lebten in Erdhütten, die etwa einen Meter in den Boden eingelassen waren und mit einem Torfdach gedeckt waren.
- Jagdtechniken
In Nordjakutien wurde zur Jagd ein spezielles Köderrentier benutzt: an diesem Rentier wurde eine Lassoschlinge in spezieller Technik befestigt, der Jäger versteckte sich hinter einem Busch oder hinter dem Rentier selber und liess dieses an die Herde treten. Das Leittier trat in der Regel zum Kampf gegen das fremde Rentier an und gelangte so in das Lasso und anschliessend in den Topf.
Auf Bären wurde im Winter gejagt: der Bär wurde im Winter aus dem Schlaf aus der Höhle gescheucht und wenn er hervortrat, warf der Jäger etwas durch die Luft (zum Beispiel Mütze, Lappen) so dass sich der Bär aufrichtete. Der Jäger stiess seine Palma, ein Messer befestigt an einem langem Stock, in Brust oder Herz des Bären und setzte das Stielende sofort auf den Boden, so dass der Bär sich beim herunterstürzen selber durchbohrte. Der Todesstoss erfolgte mit dem Dolch in den Nacken.
Andere Tiere wurden mit Pfeil und Bogen gejagt. Für die Elchjagd wurden speziell starke Bogen verwendet. Ewenen waren sehr ausdauernd und konnten verletzte Tiere tagelang verfolgen.
- Kleider
Traditionelle ewenische Kleider aus Leder und Fellstiefel (Unti) werden heute nur noch im Winter getragen. Im Sommer trägt man russische Kleidung und Gummistiefel.
- Essen
Ewenen essen alles vom Rentier: Hirn, Mark, Sehnen, Knorpel, Hufe, Geweih (gerösteter Bast zählt als Delikatesse). Haut , Nieren, Lungen, Leber wurden und werden teilweise heute noch roh gegessen, das Blut wird warm getrunken. Grund: bessere Vitaminversorgung.
- Arbeitsteilung
Jagen, hüten, Waffen- und Werkzeugherstellung war Männersache. Das Schlachten war Sache der alten Männer. Frauen kochten und nähten und waren für den Bau der Zelte zuständig. Mit 14 bis 15 Jahren waren die Jugendlichen erwachsen.
- Familienorganisation
Zaristen zerstörten die soziale Organisation der Ewenen. Sie führten administrative Clans ein für die Ewenen und teilten ihnen Territorien zu um Tribut zu fordern. An die Spitze jedes Clans wurde ein älterer Ewen gesetzt, der verantwortlich war, diese Tribute einzusammeln und andere Funktionen für die Administration zu erfüllen.
- Rechtspflege
Traditionell wurden Gerichtsentscheide gestützt auf die Meinung der Mehrheit gefällt. Wichtigstes Vergehen war, seine Hilfepflicht nicht einzuhalten. Bei mehrmaligem Verstoss konnte das Todesurteil ausgesprochen werden.
- Erbgang
Der Besitz wurde unterschieden in Allgemeinbesitz und Privatbesitz
Allgemeinbesitz: Rentiere, Herdfeuer, Nahrungsmittelschuppen
Privatbesitz: Waffen Jagd- und Fischfanggeräte und Reitrentiere.
Nach dem Tod des Familienoberhauptes wurde die Herde auf die Söhne aufgeteilt. Wenn die Witwe fähig war, die Familie aufrecht zu erhalten, wurde der Besitz nicht aufgeteilt.
- Religion
Traditionell war die Animistik: In jedem Lebewesen und Naturobjekt sitzt eine Seele.
Diverse Kults: Hüter der Naturgeister, der Herdgeistes, Warmgeber und Nahrungsgeber und vor allem des Bären. Entsprechend gab es zahlreiche einfache und komplexe Rituale. Mit dem Orthodoxen Christentum ergaben sich eigenartige Kombinationen von alten Religionen und Christentum.
Heute wenden sich Ewenen immer noch ans Feuer um für Jagderfolg und Glück und Erfolg in der Familie zu bitten. Um Essen zu erhalten füttern sie das Feuer mit Essen und Wodka.
Bärenbeute wurde besonders respektvoll gejagt und gegessen (da habe ich andere Erfahrungen gemacht)
Sehr wenig Schamanen verblieben als Folge der Antireligionspropaganda.
- Kunst
Grafische Darstellungen, Musik, Tanz
- Sterben
Bis heute glauben die Ewenen an ein Leben nach dem Tod in einer höheren Welt. Den Toten wurden zahlreiche Grabbeigaben zur Begleitung mitgegeben. Alle diese Beigaben mussten zerbrochen oder zerrissen werden, so dass die Seele fortgehen konnte.
Die Ewenken
(vgl auch Ewenen)
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- Gehören mit den Ewenen zur Gruppe der Tungus
- Unterteilung in zwei Gruppen: - Nordtungus; Rentierzüchter und Jäger
- Südtungus oder "Pferdeewenken"; Pferde- und Rinderhirten
- Starke Tradition der ethnischen Identifikation, sogar im Sinn von "Aristokraten Sibiriens".
- Eine der kleinsten Minderheiten Russlands mit sehr grossem Verbreitungsgebiet
Verbreitung/Bevölkerung
- Verbreitet vom Jenissej bis Ochotsk und Nordsachalin, von der Taimuralbinsel bis zum Amur. Ewenken leben ebenfalls in der Mongolei und der Nordmandschurai.
- Die Bevölkerung ist stetig im Zunehmen begriffen (evtl. auch Kleinvölkereffekt, siehe Jukagiren)
1959: 24 151 1970: 25 149; 1979: 27 531
- 40% der Ewenken leben in Jakutien. Weniger als 12% leben im autonomen Ewenken-Distrikt
- die meisten Ewenken leben in ländlichen Gebieten.
Sprache
- Die ewenkische Sprache gehört der Tungu-mantschu Gruppe an.
- Ein lateinisches Alphabet wurde 1928-29 kreiert und 1937 in kyrillisch adaptiert
- Durch die weite Verbreitung ergeben sich viele Dialekte
Geschichte
- Die Wiege der Ewenkenkultur liegt in Südsibirien. Hier haben die Ewenken in prähistorischen Zeiten Rentiere domestiziert und sie als Reittiere zu nutzen begonnen. Sie haben sich allmählich in Sibirien ausgebreitet und die Rentierzucht an andere Völker weiter vermittelt. Durch das Reiten der Rentiere hatten sie Vorteile auf der Jagd und in kriegerischen Auseinandersetzungen gegen andere indigene Völker.
- Erster Kontakt mit den Russen 1540 mit dem Kosaken Ermak
- Als die Russen in Sibirien entlang den Flüssen vordrangen und Tribute zu verlangen begannen, wichen die Ewenken in das Gebiet zwischen den Flüssen zurück.
Besiedlung
- Die alten Ewenken lebten als Nomaden in Camps von zwei bis drei Familien.
- Die Populationsdichte war extrem gering mit durchschnittlich einem Mensch auf 250 km2.
Rentierzucht, Technik
- Im Sommer ziehen die Ewenken mit ihren Rentieren durch die ergiebigsten Futtergründe mit dem Ziel, dass die Tiere in dieser Jahreszeit möglichst viel wachsen.
- Im Winter führen sie ihre Tiere in die Wälder, wo sie Flechten und Moose hervorscharren.
- Damit die Tiere die Schneedecke nicht undurchdringbar niedertrampeln, müssen die Herden konstant in Bewegung gehalten werden, was einer entsprechend grosse Fläche bedarf.
- Rentiere wurden auch gemolken (von Frauen)
Zeit der Sowjetunion
- Ansiedelung zwischen 1930 bis 1950
- Einführung von Landwirtschaft und Pelzfarmen
- Erstellen der sowjetischen Infrastruktur
- Schulwesen eingeführt
- Spitäler
- Wöchentliche Versorgungsflüge der Herden
Wirtschaft
Die Traditionelle Wirtschaftsbasis der Ewenken war die Zucht von Transportrentieren und Pferden sowie die Jagd (Fleisch, Pelz). Heute arbeiten etwa noch 30 bis 50% der Ewenken in der Rentierzucht und der Jagd. Viele arbeiten in unqualifizierter physischer Arbeit, einige - mit zunehmender Anzahl - im Dienstleistungssektor. Die Arbeitslosigkeit ist grösser als bei der russischen Bevölkerung, vor allem bei den Frauen; soziale Probleme sind weitverbreitet. Es gibt viele alleinerziehende Frauen.
Früher Handel mit Chinesen, dann mit Russen. Pelze wurden gegen Tee, Gewehre, Munition, Tabak, Alkohol getauscht. Kleider und Stiefelproduktion für die Russen. Auch Boote aus Birkenrinde wurden verkauft.
Bekleidung
Traditionelle ewenkische Kleider aus Leder und Fellstiefel (Unti) werden heute nur noch im Winter getragen. Im Sommer trägt man russische Kleidung und Gummistiefel.
Arbeitsteilung
Jagen, Hirten, Waffen- und Werkzeugherstellung war Männersache. Frauen melkten die Rentiere, bearbeiteten die Birkenboote, kochten und nähten und waren für den Bau der Zelte zuständig.
Familienorganisation
Der patrilineare Clan war die dominante Verwandschaftsform bei den Ewenken. Das Wort Familie existierte nicht in der ewenkischen Sprache, obwohl die Familie die soziale Basis darstellte. Ein Clan konnte 12 bis 100 Familien beinhalten. Der Clan war bestimmende Einheit für Territoriumgebrauch und Bestrafung für Vergehen (zum Beispiel Strangulieren bei Inzest). Heute hat der Clan keine wichtige Bedeutung mehr. Früher wurden Ewenken, die sich bei den Russen ansiedelten, vom Clan ausgestossen.
Heirat/Ehe
- Heirat von Cousin und Cousine war die üblichste Eheform.
- Die Heirat wurde von den Eltern arrangiert, meistens im Konsens der Eheleute. Seltener entführte ein Gatte seine Braut.
- Entweder gab der Gatte als Brautentschädigung Rentiere oder er arbeitete beim zukünftigen Schwiegervater (wurde von den Sowjets verboten).
- Scheidung war von beiden Seiten möglich.
- 1979 waren 72% der Ewenkinnen nicht mit Ewenken verheiratet und 66% der Ewenken nicht mit Ewenkinnen.
Sterben/Tod
Eine Person war tot, nachdem deren Seele aus dem Körper getreten war. Die Seele war nicht tot, sondern lebte auf dieser Welt weiter, bis der Schamane sie in die Totenwelt beförderte. Das geschah meistens etwa ein bis drei Jahre nach dem physischen Tod. Seelen von Selbstmörder konnten nicht in das Totenreich gelangen und wanderten weiter auf der Welt herum.
Die Jakuten
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- Leben in der Republik Sacha (Jakutien), die seit 1992 souverän ist
- grösste asiatische Volksgruppe in Jakutien
- Am weitesten nördlich angesiedeltes Turkvolk
- Jakutisch ist eine nortwesttürkische Sprache, ist aber eine der am weitesten abweichende Form von dieser.
Verbreitung/Bevölkerung
- Das Gebiet von Sacha umfasst 3,1 mio km2
- Die Jakuten sind innerhalb des eigenen Territoriums Minorität; Slawen herrschen vor.
- Volkszählung1997: 328 000 1989: 382 0000 (35% der Bevölkerung)
- Zunehmend urban
Geschichte
- Die Vorfahren der Jakuten sind gemäss einiger Theorien mit den Kuriaken verwandt
- Sie lebten im Gebiet in der Nähe des Baikalsees bei der chinesischen Grenze
- Im 14. Jahrhundert migrierten die Vorfahren der Jakuten in Richtung Norden, wahrscheinlich in kleinen Gruppen, mit Rinder- und Pferdeherden.
- Nach Ankunft im Lena-Tal kämpften sie mit den Ewenken und den Jukagiren und gingen dann aber Mischehen mit diesen ein.
- 1620 wurden die ersten Kosaken, die via Lena nach Jakutien gelangt sind, von den Jakuten warm und gastfreundlich empfangen.
- Es folgten aber mehrere Gefechte und Revolten. Ab 1642 stand das Lena-Tal unter dem Tribut des Zaren. Der Sieg konnte nur erreicht werden durch eine lange Belagerung eines Jakutischen Forts.
- Einige Jakuten emigrierten weiter nach Nordosten. Die meisten blieben jedoch in den zentralen Gebieten und arrangierten sich mit den Russen.
- Bei der Revolution standen auch Jakuten auf der Seite der Bolschewisten
Besiedlung
Als Rinder- und Pferdezüchter hatten die Jakuten Sommer- und Wintersiedlungen mit weniger als 20 Menschen aus einigen Familien, die das Weideland gemeinsam nutzten und in Jurten lebten mit umgebenden Lagergebäuden und Korals. Die Jurten waren rechteckig mit geneigten Erdwällen mit tiefer Decke mit einem Grasdach. Die meisten Jurten hatten einen Anbau für die Rinder.
Im Sommer wechselten Familien und Tiere in grössere Behausungen (bis 100 Personen fassend )
Wirtschaft
- Jakuten sind Rinder- und Pferdezüchter. Reiche Familien besassen hunderte von Tieren.
- Ein wichtiges Milchprodukt war Kumys. Fleisch kam gelegentlich auf den Tisch.
- Mit Jagen und Fischen ergänzte man den Speiseplan.
- Unter russischem Einfluss wurde die Landwirtschaft eingeführt.
- Die ärmsten Jakuten lebten im Norden und hielten Rentiere wie die Ewenken und Jukagiren.
- Pelztierjagd im 20. Jahrhundert.
- Jakutische Händler und Transporteure zogen durch den ganzen Nordosten und erleichterten die Kommunikation und den Handel mit den einheimischen und den Russen. sie verkauften Luxusartikel wie Silber und Goldjuwelen und geschnitztes Elfenbein (Mammut, Walross) wie auch Butter und Fleisch.
Religion
- Die jakutische Religion leitet sich aus türkischen, tungus- und russischen Ideen ab und weist zahlreiche Kombinationen dieser Ideologien auf.
- Schamanismus ist ebenfalls eine Kombination von Riten auf türkischer, mongolischer und tungus Basis.
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