Background:

Russland und  Jakutien (Republik Sacha)

  

Die Republik Jakutien (Sacha)

 

Geografie

Klima

Wirtschaft

Völker

 

 

 

   

    Geografie Jakutiens

 

    Klima der Republik Jakutien: Weltrekord

 

In Jakutien liegt der Kälte-Nordpol der nördlichen Erdhalbkugel. Er liegt im Dreieck, die die Orte Jakutsk, Oimjakon und Werchojansk bilden. -72° C wurden in Oimjakon, einem Ort zwischen Jakutsk und Semtschan, gemessen. Oimjakon wird im Guinnes Buch der Rekorde als kältestes Dorf der Welt bezeichnet.

Sibiriak wird im nächsten Winter unterwegs sein durch den Kältenordpol. Das Projekt heisst - angelehnt an den Kälterekord - MINUS 72

Als Kältepol der Nordhalbkugel gilt das Gebiet im Dreieck Jakutsk, Werchojansk und Oimjakon.

 

  • Die Sommer in Jakutien sind warm. Im Juli kann die Temperatur auf über 30° C steigen (Jakutsk)
  • Nirgends auf der Erde werden grössere Temperaturdifferenzen gemessen als in Jakutien.

Jahresverlauf der Monatsdurchschnittstemperaturen in der Stadt Jakutsk.
Das aktuelle Wetter in Jakutsk:   
Click for Yakutsk Forecast

 

Permafrost in Jakutien

  • Permafrost: Die tiefsten Permafrostzonen (Rosa) liegen im Nordwesten Jakutiens, im Lenabassin und an der östlichen Eismeerküste. Der Frost erreicht dort bis zu 1500 Meter Tiefe. In der Stadt Jakutsk ist der Boden bis in 250 m Tiefe gefroren.

  • Im Bereich des "Kältenordpols", im Dreieck Jakutsk, Oimjakon, Werchojansk, erreicht der Permafrost "nur" 400 bis 700 m Tiefe.

 
  • Die Permafrosttiefe ist weniger abhängig von der minimalen Temperatus als von der durchschnittlichen Jahrestemperatur.

  • Im November ist der Boden am tiefsten aufgetaut. Dies, weil sich die Sommerwärme im Boden nur sehr langsam ausbreitet.

  • Im so genannten "Lednik", einem Keller im Permafrost, kann Fleisch auch im Hochsommer gefroren werden.

Mammuts bleiben über Jahrtausende erhalten

  • Bei den Ewenen, Jukagiren und Jakuten ist Schmuck aus Mammutelfenbein verbreitet.
  • Dank dem Permafrost bleiben Mammute über Jahrtausende unversehrt erhalten.
  • Gefrorene Mammuts kommen im Frühjahr zum Vorschein, wenn das Schmelzwasser die Böschungen in den Flussbiegungen freilegt. Mit etwas Glück kann man auch Mammutknochen finden.
  • Mammutfleisch ist definitiv keine Delikatesse. Wer trotzdem solches essen will, gehe folgendermassen vor: Einen kleinen Bissen Fleisch kohlenschwarz braten und mit 200 Gramm Wodka runterspülen. Wer nicht erbrechen muss, darf dann von sich sagen, Mammutfleisch gegessen zu haben. Guten Appetit!

 

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    Wirtschaft der Republik Jakutien

  • Jakutien ist die "Goldgrube Russlands".
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  • Aus der Förderung und Verarbeitung von Bodenschätzen werden 70% des Bruttoumsatzes generiert.
  • Erdöl- und Energieindustrie: 22,3%
  • Leichtindustrie, Nahrungsmittelindustrie und Landwirtschaft: geringe Bedeutung
  • Diamanten sind der bedeutendste Rohstoff Jakutiens. Die Diamantenvorkommen in Mirny sind weltweit die Zweitgrössten (nach Südafrika). Sie wurden 1949 entdeckt.
  • Das Einkommen lag 1996 bei 208% des Durchschnitteinkommens Russlands.
  • Gold kommt an zweiter Stelle. Im Aldantal, an der Kolyma, der Indigirka und der Jana wird Gold abgebaut.
  • Die Verschmutzung in den Industriezentren ist immens. Der Ausstoss an Schadstoffen beträgt 133 000 t pro Jahr und 259 mio Kubikmeter Wasser werden jährlich verschmutzt. Mirni hat die grösste Schadstoffbelastung; der Wert liegt um das Hundertfache über dem "Toleranzwert".
  • Die Literatur nennt 12 unterirdische Atomexplosionen (im Zusammenhang mit der Durchbrechung des Permafrostes)
  • 30% der Kohlenvorkommen Russlands liegen in Jakutien (Njerungri)
  • Die Erschliessung der Rohstoffvorkommen, der Infrastruktur und das Erstellen von Wohnraum ist unter den extremen klimatischen Bedingungen äusserst aufwendig.

 

  • Vor den Entdeckungen der Bodenschätze lebte Jakutien von der Landwirtschaft

  • Pelztierfang (Zobel, Bisamratte, Polarfuchs) und Jagd habe heute eine gewisse wirtschaftliche Bedeutung im Norden Jakutiens

 

    Landwirtschaft

Getreide:

       Flächen und Erträge

  • Vor  Revolution: knapp 6000 ha 
  • 1940: 108 000 ha         
  • 1994:   37 000 ha          
  • 1996:ca. 8000 ha          

Kartoffeln:

      Flächen und Erträge

  • 1994:  9648 ha           8.2 t/ha
  • 1996:ca. 8000 ha           6 t/ha

   

    Politik

 

 

Die asiatischen Völker Jakutiens

Die Jukagiren sind das älteste und zugleich kleinste Volk Jakutiens. Sie haben sich bereits in der Jungsteinzeit im Nordosten Jakutiens angesiedelt. Später, in der Eisenzeit, migrierten die Ewenen, gefolgt von den Ewenken (beides Tungus-Völker) in den Raum der Jukagiren vor. Die Jakuten wanderten im 14.Jahrhundert aus der südlichen Region des Baikalsees gegen Norden und stellen heute den Hauptanteil der Bevölkerung Jakutiens neben Russen und Ukrainer.

 

 

Die Jukagiren

 

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Demografie

Während dem 19. Jh. drastischer Rückgang der Bevölkerung (1859: 2350; 1897: 1500) heute gibt es weniger als 500 Jukagiren. Die sowjetische Statistik gibt mehr an als effektiv existieren, da die Zugehörigkeit zu einem kleinen Volk mit Privilegien verbunden ist (z.B. einfacherer Universitätszugang, keine Jagdlizenzen notwendig, automatische Waffen möglich) und sich deshalb viele Mischlinge als Jukagiren deklarieren (erstaunlicherweise konnten sich sogar Personen registrieren, die ethnisch nicht mit Jukagiren verbunden waren).

Sprache

Jukagirisch hat eine spezielle, isolierte Stellung unter den nordostasiatischen Sprachen. Die Sprache ist als Paleoasiatisch klassiert. Es gibt Gemeinsamkeiten mit Sprachen im Ural, ein Genetischer Zusammenhang ist jedoch nicht erwiesen. Es existieren zwei Dialekte: Taigajukagir, Tundrajugagir.

Entsprechend den sie umgebenden Sprachen waren die Jukagiren vielsprachig: die meisten Jukagiren sprachen Ewenisch, Tschukotisch, Russisch, Jakutisch. Heute sprechen die meisten Jukagiren Jakutisch und/oder Russisch.

 

Schrift

Früher Pictogramme auf Birkenrinde. In sozialistischer Zeit wurde ein Alphabet erarbeitet.

 

Herkunft/Geschichte

Die Jukagiren entwickelten sich (kulturell) aus einer Variante der ostsibirischen Neusteinzeitjäger und Fischer, die Kanus und Keramikwerkzeuge benutzten.

Bis die Russen kamen, waren sie zwischen dem Oberlauf der Lena und des Anadyr verteilt. Damals gab es in dieser Region nur Jukagiren.

Erster Kontakt mit Russen: 1633 Jakut-Kosak Iwan Rebroff. Im 18. 19. Jh. arbeiteten die Jukagiren für die Russen als Führer und Helfer. Tauschhandel mit Fellen gegen Munition und Pferdehaar (für Fischnetze).
Repressionen durch Ewenen und Tschukoten und Epidemien sowie Migrationsfluktuationen der Rentiere dezimierten die Jukagirische Bevölkerung.

 

Jagd- und Fischfangtechnik

Die ursprünglichen Jagd- und Fischfangtechniken stammen aus der Jungsteinzeit.

Charakteristik: anschleichen an Herden mit Rentierattrappen

Im Winter haben Jukagiren die Tiere in tiefen Harsch-Schnee bis zur Erschöpfung getrieben und anschliessend erlegt. Im Sommer wurde das Wild durch Korridore aus Pflanzengeflecht in Seen getrieben, wo sie Jäger auf Kajaks erlegen.

Jahreszyklus der Nomaden:

Winterlager in der Nähe von fischreichen Seen in Tipis mit 4 – 6 Rentierfellschichten. Ernährung im Winter von den Vorräten.

Ab Ende Februar brachen die Sippen zur Nomadensaison auf. Die Saison dauerte bis Juli. Während den Migration der Rentiere waren die einzelnen Sippen auf sich gestellt. Man verwendete auch Schlittenhunde. Während der Migration folgten die Jukagiren den Rentieren und Elchen entlang der Rassocha, Jassatschnaja, Korkolon und Schamanicha. Diese Migrationszeit war die heikelste Phase im Jahresablauf.

Die Hauptjagdsaison war im August bis September.

 

Sitten/Bräuche

Die Schamanen wurden nach ihrem Tod weiter verehrt; ihre Leichen wurden getrocknet, zerteilt und von der Verwandtschaft als Amulette getragen.

Erlegte Tiere wurden als Gäste betrachtet: "wenn man geschossene Tiere verehrt, kommen sie eines Tages als Gäste zurück".

Fisch wurde leicht verwest gegessen.

Im 18. Jh. Wurden die Jukagiren christianisiert. Sagen und Legenden wurden aber zum Teil beibehalten.

 

Kunst

Talentierte Schriftsteller wie Tekki Odulok bewirkten Beachtung für das Jukagirenvolk durch die Öffentlichkeit

Sowjetzeit

1929 wurden die nomadierenden Sippen sesshaft gemacht und das Schulwesen eingeführt. Bis zum 2. Weltkrieg waren alle Jukagiren alphabetisiert.

Die Rentierzucht (Anstelle nomadisierender Jagd) wurde eingeführt und kollektiviert nach sozialistischem Prinzip.

Unter dem Kommunismus profitierten die kleinen Völker Nordostsibiriens insgesamt von zahlreichen Fortschritten und Privilegien. Die Abhängigkeit von der Administration wurde dadurch jedoch gross.

--> Wandel vom Jäger- und Fischervolk zu "industriellen" Pelztierjäger

 


Die Ewenen

(vgl auch Ewenken)

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Verbreitung/Population

1970: 11 800; 1979: 12 400; 1989: 17 200

 Ethnologie

Sprache

Geschichte
Die ethnische Bildung ist ziemlich jung aber komplex. Man unterscheidet drei ethnogenetische Etappen:

Erste Etappe: Tungusgemeinschaft

Zweite Etappe: Verdrängung durch die Jakuten

Dritte Etappe: weiteres Vorrücken mit den Russen

 Zeit der Sowjetunion

Heute

 Lebensformen der Ewenen einst und heute

Der Tschum war die Behausung der nomadisierenden Ewenen. Er ist zylindrisch bis konisch, breit, im Rahmenbau konstruiert und gedeckt mit Rentierfellen. In 10 bis 15 Minuten war der Tschum aufgestellt. Heute leben die nomadisierenden Ewenen in der sesshaften Phase in "normalen" Häusern und während der Wanderung in Stoffzelten. Sesshafte Ewenen lebten in Erdhütten, die etwa einen Meter in den Boden eingelassen waren und mit einem Torfdach gedeckt waren.

In Nordjakutien wurde zur Jagd ein spezielles Köderrentier benutzt: an diesem Rentier wurde eine Lassoschlinge in spezieller Technik befestigt, der Jäger versteckte sich hinter einem Busch oder hinter dem Rentier selber und liess dieses an die Herde treten. Das Leittier trat in der Regel zum Kampf gegen das fremde Rentier an und gelangte so in das Lasso und anschliessend in den Topf.

Auf Bären wurde im Winter gejagt: der Bär wurde im Winter aus dem Schlaf aus der Höhle gescheucht und wenn er hervortrat, warf der Jäger etwas durch die Luft (zum Beispiel Mütze, Lappen) so dass sich der Bär aufrichtete. Der Jäger stiess seine Palma, ein Messer befestigt an einem langem Stock, in Brust oder Herz des Bären und setzte das Stielende sofort auf den Boden, so dass der Bär sich beim herunterstürzen selber durchbohrte. Der Todesstoss erfolgte mit dem Dolch in den Nacken.

Andere Tiere wurden mit Pfeil und Bogen gejagt. Für die Elchjagd wurden speziell starke Bogen verwendet. Ewenen waren sehr ausdauernd und konnten verletzte Tiere tagelang verfolgen.

Traditionelle ewenische Kleider aus Leder und Fellstiefel (Unti) werden heute nur noch im Winter getragen. Im Sommer trägt man russische Kleidung und Gummistiefel.

Ewenen essen alles vom Rentier: Hirn, Mark, Sehnen, Knorpel, Hufe, Geweih (gerösteter Bast zählt als Delikatesse). Haut , Nieren, Lungen, Leber wurden und werden teilweise heute noch roh gegessen, das Blut wird warm getrunken. Grund: bessere Vitaminversorgung.

Jagen, hüten, Waffen- und Werkzeugherstellung war Männersache. Das Schlachten war Sache der alten Männer. Frauen kochten und nähten und waren für den Bau der Zelte zuständig. Mit 14 bis 15 Jahren waren die Jugendlichen erwachsen.

Zaristen zerstörten die soziale Organisation der Ewenen. Sie führten administrative Clans ein für die Ewenen und teilten ihnen Territorien zu um Tribut zu fordern. An die Spitze jedes Clans wurde ein älterer Ewen gesetzt, der verantwortlich war, diese Tribute einzusammeln und andere Funktionen für die Administration zu erfüllen.

Traditionell wurden Gerichtsentscheide gestützt auf die Meinung der Mehrheit gefällt. Wichtigstes Vergehen war, seine Hilfepflicht nicht einzuhalten. Bei mehrmaligem Verstoss konnte das Todesurteil ausgesprochen werden.

Der Besitz wurde unterschieden in Allgemeinbesitz und Privatbesitz

Allgemeinbesitz: Rentiere, Herdfeuer, Nahrungsmittelschuppen

Privatbesitz: Waffen Jagd- und Fischfanggeräte und Reitrentiere.

Nach dem Tod des Familienoberhauptes wurde die Herde auf die Söhne aufgeteilt. Wenn die Witwe fähig war, die Familie aufrecht zu erhalten, wurde der Besitz nicht aufgeteilt.

Traditionell war die Animistik: In jedem Lebewesen und Naturobjekt sitzt eine Seele.

Diverse Kults: Hüter der Naturgeister, der Herdgeistes, Warmgeber und Nahrungsgeber und vor allem des Bären. Entsprechend gab es zahlreiche einfache und komplexe Rituale. Mit dem Orthodoxen Christentum ergaben sich eigenartige Kombinationen von alten Religionen und Christentum.

Heute wenden sich Ewenen immer noch ans Feuer um für Jagderfolg und Glück und Erfolg in der Familie zu bitten. Um Essen zu erhalten füttern sie das Feuer mit Essen und Wodka.

Bärenbeute wurde besonders respektvoll gejagt und gegessen (da habe ich andere Erfahrungen gemacht)

Sehr wenig Schamanen verblieben als Folge der Antireligionspropaganda.

Grafische Darstellungen, Musik, Tanz

Bis heute glauben die Ewenen an ein Leben nach dem Tod in einer höheren Welt. Den Toten wurden zahlreiche Grabbeigaben zur Begleitung mitgegeben. Alle diese Beigaben mussten zerbrochen oder zerrissen werden, so dass die Seele fortgehen konnte.

 

Die Ewenken

(vgl auch Ewenen)

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          Familienorganisation

 

Die Jakuten

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Verbreitung/Bevölkerung

 

Geschichte

 

Besiedlung

Als Rinder- und Pferdezüchter hatten die Jakuten Sommer- und Wintersiedlungen mit weniger als 20 Menschen aus einigen Familien, die das Weideland gemeinsam nutzten und in Jurten lebten mit umgebenden Lagergebäuden und Korals. Die Jurten waren rechteckig mit geneigten Erdwällen mit tiefer Decke mit einem Grasdach. Die meisten Jurten hatten einen Anbau für die Rinder.

Im Sommer wechselten Familien und Tiere in grössere Behausungen (bis 100 Personen fassend )

 

Wirtschaft

Religion

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